Sommerpausen sind schlimm. Winterpausen auch. Diesen Winter konnte man bisher, was die Temperaturen angeht, kaum vom letzten Sommer unterscheiden. Der Klimawandel hat auch gute Seiten, zum Beispiel, weil dieses erniedrigende Schneeschippen wegfällt. Kaum geschippt, fällt neuer Schnee, immer wieder, es ist wie gegen Bayern, du denkst, du bist durch und dann gibt es wieder aufs Maul.
Man soll ja eigentlich immer schön den Ball flach halten, die Schnauze nicht aufreißen, weil es sonst auf dieselbe gibt, keine dicke Lippe riskieren, nicht viel Wind machen und keine heiße Luft produzieren – mit einem Satz: Phrasenschweingebühren im Wert einer Stehplatzkarte!
Lieber Weihnachtsmann, liebes Christkind, lieber Fußballgott, lieber Fritz Walter oder wer immer hier zuständig sein mag! Es wird Zeit, dass Du Dir mal ein paar Wünsche von mir durchliest und sie auch wahr machst, am besten zack-zack!
Neulich wurde ich gefragt, ob mein Buch „Weil Samstag ist“ aufgrund der noch immer unkorrekten Ligazugehörigkeit meines Vereins nicht in „Weil Montag ist“ umbenannt werden musste. Ein zufällig daneben stehender Passant grunzte: „Nicht nötig. Montags laufen nur die Topspiele der zwoten Liga.“ Herrje, dachte ich, schreit mir eure Verachtung ins Gesicht, aber verschont mich mit eurem Spott.
Wie jeder Mann über vierzig werde ich ja manchmal nachts wach. Manchmal sehe ich blaue Mäuse an meinem Fußende sitzen, eher selten Keith Richards und eigentlich nie Elisabeth Flickenschildt. Bis auf einmal, aber das ist eine ganz andere, sehr merkwürdige Geschichte.
Manchmal weiß man ja gar nicht, was man so schreiben soll, aber Unkenntnis hat mich auch noch nie davon abgehalten, die Klappe aufzureißen. Und wenn man gar nicht mehr weiter weiß, fragt man einfach die Kinder.
Du weißt, dass es richtig schlecht läuft, wenn gute Freunde dir statt einer Begrüßung direkt die Hand auf die Stirn legen, um deine Temperatur zu überprüfen. So wie Scotty das vor dem Paderborn-Spiel bei mir tat.
Man träumt ja manchmal wirres Zeug und erschreckt über die Abgründe des eigenen Geistes. Bisweilen aber ist Nützliches dabei. Ich beispielsweise habe in der Länderspielpause geträumt, wie wir den VfL Bochum 1848 wieder nach vorne bringen können. Und zwar so richtig, mit Aufstieg in die erste Liga, DFB-Pokalfinale und internationalem Geschäft. Es war eine verblüffend einfache Idee, und ich wachte lachend auf, um sie mir zu notieren. Bevor ich aber zu Block und Stift, die immer einsatzbereit auf dem Nachttisch liegen, greifen konnte, spürte ich die Anwesenheit eines höheren Wesens im Raum.
Die Frage ist doch: Darf man den Familienurlaub unterbrechen, wenn der Verein ums Überleben kämpft? Die fußballferne, aber auch fußballduldende angeheiratete Mitbewohnerin ist skeptisch: „Ums Überleben? Am vierten Spieltag?“ – „Wir kämpfen immer ums Überleben! Weil die anderen uns fertig machen wollen, mit ihrem Geld und ihren teuren Legionären, vor allem aber mit diesem hektischen Tempofußball! Da müssen wir dagegenhalten, immer und überall!“ – „Also erstmal bist du fast drei Stunden bis zum Flughafen München unterwegs, dann hockst du eine Stunde am Flughafen, fliegst eine Stunde und stehst dann auf der A40 im Stau. Wegen eines Fußballspiels?“
Da meckert man jedes Jahr über die lange Sommerpause, dann kriegt man sie verkürzt – und das ist auch wieder nicht richtig. Der Nachwuchs mault: „Ach Papa, müssen wir wirklich so früh mit dieser blöden zweiten Liga anfangen?“ – „Wie redet ihr denn mit mir? Das heißt erstens nicht Ach, sondern Ey, Papa und zweitens sagt man Drecks- oder Schweineliga! Wer bringt euch dieses ganze Lecker-Deutsch bei?“ – „Die Mama.“ – „Wer?“ – „Deine Mitbewohnerin.“ – „Ach die!“
Was hätte das für ein lustiger Tag werden können! Schon der frühe Morgen hatte einiges im Petto: Gegen sieben Uhr stelle ich fest, dass siebzehn Eintrittskarten für das Spiel in Gladbach verschwunden sind. Ich gehe dieses Problem an wie die meisten in meinem Leben: Erst noch mal eine VfL-Kappe voll Schlaf, dann regelt sich das von alleine. Um neun Uhr sind die Karten immer noch weg. Ein Hauch von etwas, für das es kein Wort gibt, über das aber schon viele Filme gedreht wurden, die wegen ihrer dunklen Verzweiflung erst ab fünfundzwanzig zugelassen sein sollten, weht durch den Raum.
Denkt man darüber nach, den zehnjährigen Nachwuchs die Familienkutsche 130 Kilometer nach Hause steuern zu lassen, dann hat man ein nervenaufreibendes Auswärtsspiel gesehen.
Schnee-Engel und Filzball
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Vorher schon an nachher denken
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Mein Wunschzettel
09.Dezember 2011
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02.Dezember 2011
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11.November 2011
Letzte Hoffnung Würfelketchup
28.Oktober 2011
Bier und Mäuse
23.September 2011
Ich hatte einen Traum
16.September 2011
I want to believe!
04.August 2011
Sommerpause: Frauen, Freaks und Vögel
21.Juli 2011
Nette Leute
24.Mai 2011
Ein Traum von Malte
13.Mai 2011
Spieltaganalyse
28.April 2011
Tanztheater VfL
08.April 2011
Rasselbande auf Klassenfahrt
18.März 2011
Schau mir in den Rachen, Kleine!
04.März 2011
Nicht in dieser Welt
17.Februar 2011
Mein erstes Trainingslager
26.Januar 2011
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Ein frierender Mann im Schnee
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19.November 2010
Dänischer Raucher mit Bier in der Hand
04.November 2010
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01.Oktober 2010
Mir nach, Männer!
17.September 2010
Neu beim VfL: Howard Carpendale!
10.September 2010
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20.August 2010
Nur dabei statt mittendrin
07.Mai 2010
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09.April 2010
Sehr unappetitlich
25.März 2010
Dazwischengrufen
12.März 2010
Glubb der Verwandten
26.Februar 2010
Wo man singt
12.Februar 2010
The Cult of Pink!
05.Februar 2010
Musse hamm!
22.Januar 2010
Von Kindern lernen
11.Dezember 2009
Da krisse Gefühle!
26.November 2009
Nicht fünf, nicht sieben, sondern sechs!
06.November 2009
Stadion-Couture
23.Oktober 2009
Nenn mich Ata!
16.September 2009
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18.August 2009
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07.August 2009
Es ist nicht vorbei, bevor es vorbei ist
16.Mai 2009
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02.Mai 2009
Milchzähne für den Sieg
17.April 2009
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03.April 2009
Bayernspiele
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13.Februar 2009
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